Die Fotografien von Anastasia Hermann zeigen Alltagsarchitekturen jenseits von Funktion und Kontext. Im Fokus steht nicht das Objekt, nicht das Gebäude als solches, sondern das Zusammenspiel von Licht und Form. Dieses wird durch die bewusste Reduktion und Komposition der Bildelemente sichtbar.

Von Benjamin Fischer

Die starke Betonung der geometrischen Formen steht im Kontrast zu den feinen Strukturen und Farbnuancen ihrer Oberflächen. Die Fotografien sind weniger Abbilder, die auf bestimmte Objekte verweisen, als vielmehr eigene, subjektive Interpretationen einer architektonischen Erscheinung. »Die Autonomie des Bildes gegenüber dem Gegenstand steht im Vordergrund«, schreibt die Fotografin. Die Abstraktion führt nicht nur zur Loslösung vom bestehenden Objekt, sondern auch weg von gewohnten Sichtweisen und Vorstellungen, die unser Sehen im Alltag bestimmen. Sie ermöglicht einen ganz anderen Blick auf die gebaute, alltägliche Stadt.

Anastasia Hermann studierte Kommunikationsdesign und Fotografie, lebt und arbeitet als freie Fotografin in Berlin. Weitere Arbeiten sind auf ihrer Website unter www.anastasiahermann.de zu sehen.

 

 Alle Fotos © Anastasia Hermann
www.anastasiahermann.de