Ein Boot versteckt sich zwischen Containern, ein VW-Käfer duckt sich hinter einer Mauer und ein Flugzeug passt sich chamäleonartig seiner Umgebung an. Ausgelegte Bauteile formen Muster und Trampolins bevölkern die Gärten. Aus der Luft sieht die Welt anders aus.

Von Benjamin Fischer

Auf den ersten Blick wirken die Fotografien aus der Serie »Subburg« von Andreas Boschmann sehr grafisch und reduziert, wie eine abstrakte Anordnung von Flächen, Linien, Flecken und Schraffuren. Beim genaueren Hinschauen werden die Bilder plötzlich plastisch, entpuppen sich als detailreiche Kompositionen von Straßen, Hausdächern, Parkplätzen und Rasenflächen, geschmückt mit unzähligen Objekten, Spuren und Markierungen. Es zeichnen sich Ordnungen ab, die dann wieder durchbrochen und aufgelöst werden. Ein Mikrokosmos der Dinge, die ein Eigenleben zu haben scheinen.

Während mehrerer Ballonfahrten hielt der junge Fotograf Andreas Boschmann die Vorstädte im Westen von Hamburg aus der Luft fest und erstellte dabei eine Art topografischen Musterkatalog. Der Gegensatz von flächiger Wirkung und Detailreichtum verleiht den Bildern eine besondere Spannung.

Weitere Arbeiten von Andreas Boschmann gibt es unter cargocollective.com/urbanhero.

 

Aus der Fotoserie »Subburg«, © Andreas Boschmann
cargocollective.com/urbanhero