Hier gibt es Einblicke in die aktuelle Ausgabe.

Ladies First

Freiräume für Pendlerinnen in der indischen
Millionenmetropole Mumbai

Millionen pendeln täglich durch die Metropolregion Mumbai. Züge, die extra für Frauen reserviert sind, sollen dabei die unerwünschte Nähe zwischen den Geschlechtern verhindern. Unsere Autorin Ninette Preis ist Ethnologin und schreibt in Stadtaspekte #01 über ihre Erkundungen dieser neuen Freiräume für indische Frauen.

»Während einer Zugfahrt von Hamburg nach Frankfurt entdeckte ich in einer Zeitschrift eine Reportage über berufstätige indische Frauen, die sich täglich in einem nur für Frauen zugänglichen Nahverkehrszug, dem ‚Ladies Special‘, treffen. Ich war sofort gefesselt. In den darauf folgenden Wochen reifte der Entschluss, nach Indien zu reisen, um diesen besonderen Ort kennenzulernen. Mich interessiert kultureller Wandel, gesellschaftliche Wandlungsprozesse, die vor allem im urbanen Bereich schneller und deutlicher zu sehen sind. In Indien auch ganz speziell die Veränderungen der Geschlechter- und Familienbeziehungen. Außerdem führt eine Beschäftigung mit Freundschaften indischer Frauen dazu, sich der eigenen kulturellen Besonderheiten und Prägungen von Freundschaft bewusst zu werden.«

Der Artikel von Ninette Preis ist erschienen in Stadtaspekte #01

Wer hat Angst vor Detroit City?

Die US-Metropole Detroit befindet sich in einem rasanten Schrumpfungsprozess. Was tun die Menschen, die trotz Verfall, Leerstand und Kriminalität in der ehemaligen Wirtschaftsmetropole leben? Unser Autor René Kreichauf kommt selbst aus einer schrumpfenden Region und kennt die Symptome und Folgen aus eigener Erfahrung.

»Ich bin aufgewachsen in Bitterfeld-Wolfen und Halle (Saale), einer Stadtregion, die seit der Wiedervereinigung mit gravierenden Schrumpfungsprozessen konfrontiert wird. Im Rahmen eines Studienprojektes zum Thema ‚Smart Decline’ besuchte ich im Sommer 2010 zum ersten Mal Detroit. Ich war schockiert und gleichermaßen fasziniert von der Realität der extremen Schrumpfung, der Überlagerung verschiedener Stadtentwicklungsphänomene und von der städtisch zementierten Krise eines wirtschaftlichen Systems. Mit der Frage, wie die Detroiter/innen und die Stadt auf den zunächst von mir wahrgenommen Niedergang Detroits reagieren, kehrte ich im Frühjahr 2011 zurück. Ich bin mir sicher: Wäre meine Aufenthaltserlaubnis nicht begrenzt gewesen, würde ich noch immer in Detroit sein. Meine Rückkehr wird momentan vorbereitet.«

Der Beitrag von René Kreichauf ist erschienen in Stadtaspekte #01

Die Robinien haben Probleme

Während der Dreharbeiten für eine Dokumentation über das Sterben im Garten stieß unsere Autorin Paula Cvjetkovic auf eine ganz andere Geschichte: Sie fand sich plötzlich inmitten eines Überlebenskampfes wieder – zwischen Baumpflegern, Schädlingen und Robinien. Was war passiert?

»Eigentlich erzählt das ja der Beitrag selbst, wie ich dazu gekommen bin: Pflanzen interessieren mich, Leute die in Städten arbeiten, Baumpfleger, Leute im Grünflächenreferat – Was mich zunehmend fasziniert hat, war der Arbeitsalltag der Baumpfleger und das Wissen, mit dem sie operieren. Wie sie mit Bäumen umgehen und welche Dimensionen die Pathologie des Baumes hat. Wie verletzlich Menschen und Bäume sind. Wie es den Bäumen in der Stadt eigentlich geht und wie sich das ausdrückt.«

Der Artikel von Paula Cvjetkovic ist erschienen in Stadtaspekte #01

Die Keimzelle der Stadt

Erst baute der Mensch Häuser, dann entstanden Dörfer und aus diesen wuchsen schließlich große Städte. Das klingt logisch – entspricht aber vielleicht gar nicht der Wahrheit. Der Archäologe Klaus Schmidt erklärt im ersten Stadtaspekte-Interview, warum der Ausgangspunkt der Stadt wahrscheinlich ganz woanders zu suchen ist:

»Es besteht ein großer Unterschied zwischen Dorf und Stadt. Städte entstehen in der Regel nicht aus immer größer werdenden Dörfern, sondern haben im Kern eine ganz andere Funktion, nämlich die solcher Orte, an denen man sich trifft. Man kann es auch so formulieren: Das Dorf ist dem Fremden gegenüber feindlich, man bleibt dort lieber unter sich. Die Stadt hingegen braucht den Fremden, sie zieht ihn an. Sie sucht ihn als Partner für Handel und Austausch und um etwas Neues geboten zu bekommen. Die Funktionen von Dorf und Stadt sind da grundsätzlich verschieden und das legt den Schluss nahe, dass die Stadt nicht aus dem Dorf entsteht, sondern aus dem Heiligtum.«

Das Interview mit Klaus Schmidt ist erschienen in Stadtaspekte #01

Im Schatten der Wolkenkratzer

Eine Begegnung mit der amerikanischen Großstadt 1924

Der deutsche Architekt Erich Mendelsohn soll Mitte der zwanziger Jahre im Auftrag des Berliner Tageblatts über die neue amerikanische Architektur berichten, die alles bisher gekannte in den Schatten stellt. Unsere Autorin Christine Schnaithmann warf einen Blick in das daraus entstandene Amerika-Buch, das auch heute, fast 90 Jahre später, noch beeindruckt.

»Ich bin bei der Arbeit an meiner Doktorarbeit über Frank Lloyd Wrights Larkin Building in Buffalo über Mendelsohns Amerikabuch gestolpert und war von Anfang an fasziniert davon. Ich mag die poetische, fast schon pathetische Sprache der Texte und die ausdrucksstarken Fotografien. Sie lassen für mich eine Welt lebendig werden, die uns fern ist und nah zugleich.«

 

Der Artikel von Christine Schnaithmann ist erschienen in Stadtaspekte #01

Der Text ist außerdem hier komplett zu lesen.

Begegnungen mit dem Fremden

Stress und Reibung oder wertvoller Austausch unter Mitmenschen? Malte Bergmann und Hilke Babbe beschäftigen sich in Stadtaspekte #01 mit der Frage, wie städtischer Raum als Begegnungsort und als Bühne für Inszenierungen genutzt wird.

Die Nagelprobe machten sie in Berlin-Neukölln: Auf der Sonnenallee und in der Kneipe Zapfhahn im Untergeschoss einer Karstadt-Filiale lassen sich allerhand Praktiken und Taktiken der täglichen Kommunikation unter Städtern beobachten.

Der Artikel von Malte Bergmann und Hilke Babbe ist erschienen in Stadtaspekte #01

Der Text ist außerdem hier komplett zu lesen.

Linie 3 – Tiflis

Höflichkeit im Hupkonzert

In unserer Rubrik „Linie 3“ stellen wir in jeder Ausgabe eine Bus-, U-Bahn- oder Tram-Linie in einer Stadt dieser Welt vor. In Stadtaspekte #01 geht die Reise nach Tiflis, Georgien, wo unsere Autorin Irina Muschik als Backpackerin unterwegs war.

»Ich bin als Solo-Backpackerin auf dem Weg immer nach Osten. Der Kaukasus hat mich aufgrund seiner biologischen Vielfalt gereizt. Die Motivation für meinen Bericht über Tiflis war, dass ich dabei einen viel intensiveren Blick auf die Stadt werfen konnte. Die Mission, die Linie 3 zu finden, war eine Challenge und gleichzeitig eine Chance, die Stadt bewusster wahrzunehmen.«

Der Artikel von Irina Muschik ist erschienen in Stadtaspekte #01

Der Text ist außerdem hier komplett zu lesen.