Die USA verzeichnet nach wie vor den größten Baumwollexport der Welt. Im letzten Jahr sind die Preise für den Rohstoff wegen Engpässen auf dem Weltmarkt zwar wieder rasant gestiegen, der stetige Preisverfall in den Jahren davor hat jedoch ganze Regionen tiefgreifend verändert.

Von Benjamin Fischer

So auch den Bundesstaat Georgia im Südosten der USA, der nach Texas der größte Baumwollproduzent des Landes ist. Während die Hauptstadt Atlanta durch Großunternehmen wie Coca-Cola, CNN oder Delta Air Lines boomt, sind die Auswirkungen der Krise in den ländlichen Gegenden stark zu spüren. Georgia ist traditionell ein landwirtschaftlich geprägter Bundesstaat. Seit der Kolonialisierung im 18. Jahrhundert hat sich hier ein Netz aus Kleinstädten gebildet, die den Großplantagen als Versorgungszentren dienten. Heute wird hier aber kaum noch etwas verkauft. Viele Geschäfte stehen leer oder haben für immer geschlossen. Einzig Pfandleihhäuser, Trödelläden und Waffengeschäfte scheinen noch zu funktionieren.

Den Einfluss globaler Märkte auf lokale Strukturen zeigt die Fotoreihe »Georgia on my mind« von Jörg Rubbert. Die Bilder, die während mehreren Reisen durch Georgia in den Jahren 2007 bis 2012 entstanden sind, zeigen verlassene Einkaufsstraßen und leer stehende Geschäfte. Was auf den ersten Blick nach kleinstädtischem Idyll aussieht, erweist sich bei genauerem Hinschauen als verlassener Rest einer vergangenen Lebenswelt.

Die Fotoreihe »Georgia on my mind« von Jörg Rubbert ist noch bis zum 30. November 2012 in der Fotogalerie Friedrichshain in Berlin zu sehen. Weitere Informationen gibt es unter www.kulturring.org/galerien.php.

 

 

oben: Geschlossenes Geschäft vor einer Baumwollfabrik, Hawkinsville, Georgia 2011
Mitte oben: Verlassener Friseursalon, Lumber City, Georgia 2011
Mitte unten: Verlassene Hauptstraße, Fitzgerald, Georgia 2011
unten: »STEP’s GUN WORKS, Inc.« und Schneemann, Hawkinsville, Georgia, 2011
 
Aus der Fotoreihe »Georgia on my mind«, © Jörg Rubbert