Michael Klaus erkundet mit seiner Arbeit »Transition« die Peripherie der Stadt und dokumentiert die Verbindung von zwei unterschiedlichen Systemen: Stadt und Land.

Von Stefanie Roenneke

Die dicken Rohre einer Fernwärmeanalage schlängeln sich wie ein Ungetüm durch das Gras und an Bäumen vorbei. Von den Gebäuden, die diese Rohre versorgen, gibt es jedoch keine Spur. Auf einem weiteren Bild ist eine hügelige Brache zu erkennen. Durch Fahrspuren und Holzrampen scheint der Fläche etwas Wildes inhärent zu sein. Im Gegensatz dazu ragen im Hintergrund Hochhäuser ordentlich in den Himmel. Michael Klaus hat sich für seine Arbeit »Transition« an den Rand der Stadt begeben und Orte festgehalten, die sich im Übergang vom Städtischen ins Ländliche befinden. »Denn dort«, so Klaus, »gehen zwei sehr gegensätzliche und kontrastreiche Systeme ineinander über. Verschiedene Architekturformen verflechten sich bereits mit dem ländlichen und naturnahen Umfeld und charakterisieren diesen konstruierten Raum am Ende der Stadt.«

So sind in allen Fotografien städtische Attribute präsent – und sei es auch nur durch einen großen Haufen Autoreifen. Zugleich wird dem Betrachter bewusst, dass es sich um kein Zentrum handelt: mal sind die Gebäude doch zu flach, der Blick reicht zu fern, oder stoppt an einem Zirkuszelt. Es sind spannende Orte, da Ungleiches vereint wird und offen bleibt, welches System nun dominiert. Letzteres wird zusätzlich durch die Abwesenheit der Menschen in den Fotografien gefördert. Die Bilder bieten dem Betrachter Freiraum, die Zeichen der Peripherie selbst zu interpretieren.

Mehr von Michael Klaus gibt es unter www.michael-klaus.com sowie in der nächsten Ausgabe von Stadtaspekte zu sehen.

 

 

 
Aus der Fotoreihe »Transition«, © Michael Klaus
www.michael-klaus.com