Die Stadt Seoul in Südkorea gehört zu einer der größten Metropolregionen der Welt. Mit ihren Nachbarstädten bildet sie ein dicht verwobenes städtisches Netz, das sich über eine gigantische Fläche erstreckt.

Von Benjamin Fischer

Die gesamte Region hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer urbanen Landschaft entwickelt, bestehend aus unzähligen Häusern, Brücken, Straßen und den übrig gebliebenen Flächen dazwischen. In diesen urbanen Lebensräumen bleibt oft nicht mehr viel Platz für Natur. Doch entwickeln wir nicht gerade dadurch überhaupt eine Vorstellung davon, was Natur sein kann? Der deutsche Fotograf und Kameramann Nils Clauss lebt und arbeitet seit 2005 in Seoul. Dabei entstand ein umfangreiches, jedoch auch sehr persönliches Porträt der südkoreanischen Hauptstadt und ihrer Bewohner.

In seinen Arbeiten setzt sich Clauss unter anderem immer wieder mit den öffentlichen Räumen der Riesenmetropole auseinander. Die Bilder der Serie »Urban Landscape« zeigen ein urbanes Geflecht, das sich über die Landschaft zieht und mit ihr verschmilzt. Öffentliche Freiräume existieren hier oft nur in Form von Restflächen unter Brücken, zwischen Schnellstraßen oder als durchkomponierte Miniparks, eingezwängt zwischen Wohnhochhäusern. Diese Spuren einer Sehnsucht nach unbebauter Natur dokumentiert die Arbeit »Urban Nature«, mit der Nils Clauss 2011 den Europäischen Architekturfotografie-Preis gewann. Die Fotoserie zeigt Bilder von unberührten, weiten Landschaften, die Mauern und Häuserfassaden der Großstadt schmücken. Durch ihre stilisierte und idealisierte Form bilden die gemalten oder aufgeklebten Wandbilder einen starken Kontrast zu dem dicht bebauten Stadtraum, der sie umgibt.

Mehr zu Nils Clauss und seinen Arbeiten gibt es unter www.nilsclauss.com

 

 

Aus den Fotoserien »Urban Landscape« und »Urban Nature«, © Nils Clauss
www.nilsclauss.com