Nicht nur Städte verändern sich, sondern auch unsere Wahrnehmung von ihnen. Das Bild einer Stadt hängt stark von der eigenen Sichtweise ab. Andere Perspektiven ergeben auch andere Stadtbilder. In Form eines Foto-Blogs dokumentiert der Fotograf und Architekt Oliver Gerhartz seinen Blick auf die brasilianische Metropole Rio de Janeiro.

Von Benjamin Fischer

Die Stadt liegt zwischen Buchten und Hügeln, viel Platz zum Wachsen gibt es nicht. Scheinbar ungeachtet dessen dehnt sie sich aus. Schon seit längerem ziehen sich die Bauten immer weiter die Hänge empor. Zugleich wächst die Stadt ins Meer hinein, indem Flächen aufgeschüttet oder trockengelegt werden. Neue Gebiete werden erschlossen, die Hügel durchbrochen und die Hänge befestigt. Während unten und vor allem entlang der Küste Apartment-Hochhäuser für die bessergestellte Bevölkerung in die Höhe schießen, wachsen oben an den teils steil abfallenden und kaum erschlossenen Hängen die Siedlungen der Ärmeren in die Breite. Vieles geschieht ohne übergeordnete Planung, oft gibt es überhaupt keine Planung.

Auf der Suche nach einer eigenen Wahrnehmung der Stadt sammelt Gerhartz in seinen Fotos alltägliche Situationen und Erfahrungen. Er schreibt dazu: »Die Fotos zeigen meine Sicht auf diese Stadt. Das Interessante an dem Blog ist, dass ich die Entwicklung meiner Wahrnehmung der Stadt skizzenhaft dokumentieren kann. Sie ändert sich von Tag zu Tag!«

Fotoblog zu Rio de Janeiro: http://totown.tumblr.com/. Weitere Arbeiten von Oliver Gerhartz gibt es unter www.gerhartz.net.

 

 
Alle Fotos © Oliver Gerhartz
http://totown.tumblr.com/