Die Fotografien von Oliver Zenklusen verkörpern surreale Stadtwelten, in denen Zukunft und Vergangenheit keine Chronologie bilden. Sie zeigen Städte von heute, die auch aus einer ganz anderen Zeit stammen könnten.

Von Benjamin Fischer

Wie eine Maschine aus der Zukunft steht die Eisenplastik des Schweizer Künstlers Jean Tinguely am Zürichsee und wirkt zugleich wie ein versteinertes Ungetüm aus Urzeiten. Das Spiel mit Zeit und Imagination fasziniert den Fotografen und Sozialwissenschaftler Zenklusen. Für die Arbeit »Les Villes Invisibles« ließ er sich von dem gleichnamigen Buch des italienischen Autors Italo Calvino inspirieren. In der skizzenhaften Darstellung mehrerer fiktiver Städte eröffnet sich eine Vielzahl von Lesarten derselben. Sie wirken mal verzaubernd mystisch, mal beängstigend abgründig. Ähnlich versucht Zenklusen, durch die Fotografie das Unsichtbare der Städte sichtbar zu machen, ohne dabei ein klares Portrait zu verfassen – ein künstlerisch-fotografisches Experiment zu Stadt, Zeit und Imagination.

Das Projekt »Les Villes Invisibles« ist im Herbst 2013 an mehreren Erzählabenden in Zürich zu sehen. Mehr zu den Arbeiten von Oliver Zenklusen gibt es unter www.lesdelicesduchaos.ch.

 

 

Aus der Fotoreihe »Les Villes Invisibles«, © Oliver Zenklusen
www.lesdelicesduchaos.ch