Spätestens seit ein großer deutscher Telekommunikationskonzern sie für seine Werbekampagne strapazierte, kennt jeder die Tilt-Shift-Technik. Es handelt sich um jenen optischen Trick, der Fotos und Filme so aussehen lässt, als wären die dargestellten Strukturen oder Personen winzig kleine Teile eines niedlichen Modelleisenbahn-Universums.

Damit eignet sich die Technik natürlich sehr gut, um das bunte Treiben in Städten auf neue Weise darzustellen. Der Bochumer Designer Sebastian Daniel hat genau dies getan. Sein Kurzfilm „ruhrpottromantik“ dokumentiert mit Hilfe der Fake-Tilt-Shift-Technik, die den charakteristischen Look digital kopiert, eindrucksvoll die Infrastruktur und das öffentliche Leben im Ruhrgebiet. Die Szenen, die in mehreren Monaten aufgenommen wurden, zeichnen ein klischeefreies Bild vom „Pott“ als einer vielseitigen Region, die niemals stillsteht. Ein wesentlicher Teil der Wirkung des Films ist aber vor allem den Sounds zu verdanken, die der Designer mit den Bildern verknüpft. Die urbanen Klänge des Ruhrgebiets wurden digital aufgezeichnet, erforscht und zu Klanglandschaften komponiert, die die Bewegtbilder dramaturgisch unterstützen und den klanglichen Charakter des Ruhrgebiets abbilden sollen. Ein lohnenswertes Portrait, in dem Ruhrgebietler ihre Heimat ganz neu wahrnehmen können und alle anderen einen spannenden Einblick in eine spannende Region bekommen.