In dem künstlerisch-dokumentarischen Projekt »Hotel Eden« untersucht der Fotograf Thomas Bocian einen außergewöhnlichen Ort im Zentrum der Stadt Bochum. Entstanden ist eine mehrteilige Arbeit, die ein sehr sachliches und zugleich sinnliches Porträt dieses Ortes zeichnet.

Von Benjamin Fischer

Das in den fünfziger Jahren erbaute Hotel war einst eine angesagte Adresse und erstrahlte im typischen Stil der Zeit. Es roch nach Wirtschaftswunder und Wohlstand. Die gelegentlichen Besuche Prominenter verliehen dem gutbürgerlichen Ambiente einen glamourösen Hauch. In den achtziger Jahren ging es zunehmend bergab mit der Vorzeigeherberge. Sie wurde heruntergewirtschaftet, verlor ihren guten Ruf. Nach mehrmaligem Wechsel des Eigentümers diente der Ort einige Jahre lang als Treffpunkt für Prostituierte und Freier. Das Hotel wurde zum schillernden Etablissement und Teil des nahen Rotlichtviertels.

Später mietete die Stadt Bochum das Gebäude und betrieb darin ein Asylantenwohnheim, bis auch dieses aufgegeben wurde. In den letzten sechzehn Jahren stand das ehemalige Hotel leer, wurde zum Geisterhaus und für viele zum Schandfleck Bochums. Schimmel machte sich breit und der Verfall nagte an den Wänden und Decken. Vor kurzem begannen nun die Abrissarbeiten, mittlerweile ist das Hotel Eden endgültig Geschichte.

Thomas Bocian lebt und arbeitet in Bochum. Die vollständige Arbeit »Hotel Eden« ist auf der Website des Fotografen unter www.thomas-bocian.de oder noch bis zum 7. Juni 2013 im Landgericht Bochum zu sehen.

 

 

 
Aus der Fotoreihe »Hotel Eden«, © Thomas Bocian
www.thomas-bocian.de